Heroines of Sound Festival
Do., 09.07.2026, 20:00 - 23:30 | Radialsystem
Do., 09.07.2026, 20:00 - 23:30 | Radialsystem
Heroines of Sound 2026 schafft Resonanzräume für prägende Stimmen der elektronischen Musik und Klangkunst. Mit radikalen Klangwelten und eigenständigen Positionen gestalten die Künstler*innen des Festivals die ästhetischen Diskurse der Gegenwart maßgeblich mit. Die dreizehnte Festivalausgabe erkundet in immersiven, szenischen und kinetischen Arbeiten ein interdisziplinäres Terrain, in dem sich kontinuierlich neue Formationen an den Schnittstellen von Klang, Performance und Technologie herausbilden.
Zum Auftakt lädt das Festival mit der Installation »Airchoir No. 2: Dirges for (26) Coded Organ Voices« von Anouk Kellner zum Erkunden eines vielstimmigen, algorithmisch organisierten Klangkörpers ein. In diesem verdichten sich kodierte Orgelstimmen zu einer klanglichen Architektur, die zwischen sinnlicher und maschineller Artikulation oszilliert.
Am Abend präsentiert die international renommierte Elektronikerin Kyoka die Premiere von »Motion Scapes«, in der sie mithilfe eines neu entwickelten kybernetischen Apparats genetische Spuren aus der Umwelt in klangliche Prozesse überführt. Im Anschluss ist das junge Ensemble Spółdzielnia Muzyczna aus Krakau mit einem Programm zu erleben, das ganz dem experimentierfreudigen Charakter seiner Musiker*innen entspricht: Yoko Konishis »Motus Umbra« lebt von den spannungsvollen Kontrasten zwischen brutaler Geräuschhaftigkeit und fragilen, hauchdünnen Texturen. Barbara Zach erkundet die Wechselbeziehungen zwischen Klang und Bild, während Żaneta Rydzewska organische und artifizielle Klangwelten einander gegenüberstellt. Eloain Lovis Hübner und Nina Fukuoka untersuchen klangliche und rhythmische Muster – diese erscheinen in Anlehnung an Glitch-Ästhetiken digital fragmentiert – oder verfremdet, um traditionelle Polkamusik auf ebenso ironische wie vielschichtige Weise in einen zeitgenössischen Kontext zu überführen. Den Abschluss bildet ein multimedial angelegtes Set von Miako Klein und Jia Lim, die mit ihrem aktuellen Release »Nova Atlantis« historische Resonanzräume aufspannen: Barocke Stilistik, avancierte Technologie und ausgesprochen virtuose Improvisationskunst begegnen sich in einem lebendigen, vielfältig verschränkten Dialog, in dem sich zeitliche Schichten überlagern und klangliche Erinnerung als gegenwärtige Praxis erfahrbar wird.