Time to Listen: Programm Tag 2

Time to Listen c Stefanie Kulisch
©Time to Listen c Stefanie Kulisch

TAG 2: Freitag, 31. Oktober 2025

09:30 Uhr – Anmeldung und Begrüßungskaffee | Foyer

10 Uhr – Parallele Sessions

  • Neue Allianzen – Zeitgenössische Musik im geopolitischen Wandel | Podiumsdiskussion | Studiofoyer
    Europa durchläuft tiefgreifende Veränderungen – politisch, sicherheitspolitisch, wirtschaftlich und kulturell. Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine, die zunehmende Bedeutung zentral- und osteuropäischer Perspektiven, neue Grenzpolitiken und langanhaltende Konflikte stellen das europäische Selbstbild infrage. Dieses Panel diskutiert, wie sich die europäische Musiklandschaft unter diesen Bedingungen verändert und welche Bedeutung diese Entwicklungen für künstlerische Allianzen haben.
    • Les Vynogradov (Kyiv Contemporary Music Days)
    • Gabriella Gál (EM GUIDE)
    • Iris ter Schiphorst (Komponistin und Akademie der Künste)
    • Monika Mattiesen (AFEKT Festival)
    • Moderation: Tuuli Lindeberg (Musica nova Helsinki) 
       
  • Peter Cusack: Sound, Listen, Search | Listening Game | Outside
    Dieser partizipative Workshop kombiniert einen Soundwalk mit einem Hör- und Suchspiel, bei dem die Teilnehmenden eine versteckte, live streamende Klangbox allein mit Hilfe ihres Gehörs aufspüren. Das Gerät ist im Außenbereich nahe der Akademie der Künste platziert und überträgt Umgebungsgeräusche in Echtzeit über das Mobilfunknetz.
    Die Teilnehmenden erhalten einen Link, um den Stream auf ihren Handys zu hören, und müssen die Box finden, indem sie aufmerksam auf akustische Hinweise in der Umgebung achten. Zudem können sie eigene Geräusche erzeugen – etwa durch Klatschen, Pfeifen oder kleine Instrumente –, um über Lautstärke und Verzögerung des zurückgestreamten Tons ihre Nähe zur Box einzuschätzen.
    Die Teilnehmenden sind eingeladen, die interessantesten Klänge, die ihnen unterwegs auffallen, zu notieren und beim Auffinden der Box über ein Mikrofon mit anderen Hörer*innen vor Ort oder online zu teilen. Das Projekt erforscht auf spielerische Weise Wahrnehmung, klangliche Aufmerksamkeit und das Hören als Mittel der Orientierung und Verbindung.

11 Uhr – Miriam Akkermann, Adham Hafez, Katharina Rosenberger: Transkulturelle Zusammenarbeit kuratieren | World Café | Studiofoyer 
Die europäische Szene der neuen Musik bleibt häufig selbstreferenziell und neigt dazu, vertraute Namen und Ästhetiken zu bevorzugen – und verstärkt so unter dem Deckmantel der Universalität einen engen Kanon. Diese Session beleuchtet die dringende Notwendigkeit offener, kollaborativer und reflektierter kuratorischer Ansätze in Festivals der zeitgenössischen Musik. 
Aufbauend auf Diskursen der Curatorial Studies, insbesondere dem Konzept des »Porös Werdens«, untersucht das Forschungsprojekt von Katharina Rosenberger »Transcending« (HES-SO Schweiz) in Zusammenarbeit mit Prof. Miriam Akkermann (Freie Universität Berlin) und dem Kurator/Theoretiker Adham Hafez (Wizara, Kairo), wie interkulturelle kuratorische Praktiken künstlerischen Dialog, kulturelle Repräsentation und langfristige Zusammenarbeit fördern können.
Die Session stellt die Methodologie des Projekts vor: vergleichende Fallstudien von Festivals in Europa und der arabischen Welt sowie Perspektiven von Kurator*innen und Künstler*innen aus Vietnam und Indonesien. Ein zentrales Instrument ist die Entwicklung einer »Festival-Partitur« – ein kuratorisches Modell, das Publikumsbeteiligung und interkulturellen Austausch unterstützt.
Nach einer kurzen Einführung arbeiten die Teilnehmenden in Kleingruppen, um eigene Erfahrungen und Herausforderungen im Bereich des interkulturellen Austauschs in zeitgenössischer Musik und Kunst zu teilen.

12:30 Uhr – Mittagspause

13:30 Uhr – Parallele Sessions

  • Ariel W. Orah, Samuel Johnstone, Pisitakun Kuantaleng: Grounding Local Responses to Global Polycrisis – Sonic Reflections on »Landslide« | Präsentation und Gespräch | Clubraum
    »Landslide« ist eine translokale, prozessorientierte Ausstellung, initiiert von Soydivision Berlin. Verwurzelt im Berliner Stadtteil Schöneweide, vereint sie in Berlin lebende Klangkünstler*innen aus Indonesien, Thailand und dem Vereinigten Königreich, um sich mit Vertreibung, ökologischem Zusammenbruch und klanglicher Erinnerung auseinanderzusetzen.
    Das Projekt versteht den ökologischen Kollaps als Teil einer umfassenderen Polykrise, die mit sozialer Fragmentierung, geopolitischer Instabilität und dem Wiedererstarken nationalistischer Ideologien verknüpft ist. Soydivision schlägt vor, dass der Umgang mit dem Klimanotstand sowohl eine Bewegung nach außen – in Richtung internationalen Dialogs und Solidarität – als auch eine Bewegung nach innen – hin zu verankerten Praktiken des Zuhörens, der Fürsorge und der ko-kreativen Arbeit in konkreten Orten und Gemeinschaften – erfordert. Die Session teilt Erkenntnisse von »Landslide« als »lebendige Ausstellung«, die in der lokalen Community verankert ist und zugleich internationalen Dialog sucht. Sie umfasst eine Einführung in die zentralen Werte der Ausstellung, eine performative Präsentation ausgewählter Arbeiten und Workshop-Ausschnitte sowie eine moderierte Diskussion darüber, wie klangbasierte Praktiken globale Netzwerke mit lokalen Gemeinschaften verbinden können.
     
  • Peter Cusack (2. Runde): Sound, Listen, Search | Listening Game | Outside
    Dieser partizipative Workshop kombiniert einen Soundwalk mit einem Hör- und Suchspiel, bei dem die Teilnehmenden eine versteckte, live streamende Klangbox allein mit Hilfe ihres Gehörs aufspüren. Das Gerät ist im Außenbereich nahe der Akademie der Künste platziert und überträgt Umgebungsgeräusche in Echtzeit über das Mobilfunknetz.
    Die Teilnehmenden erhalten einen Link, um den Stream auf ihren Handys zu hören, und müssen die Box finden, indem sie aufmerksam auf akustische Hinweise in der Umgebung achten. Zudem können sie eigene Geräusche erzeugen – etwa durch Klatschen, Pfeifen oder kleine Instrumente –, um über Lautstärke und Verzögerung des zurückgestreamten Tons ihre Nähe zur Box einzuschätzen.
    Die Teilnehmenden sind eingeladen, die interessantesten Klänge, die ihnen unterwegs auffallen, zu notieren und beim Auffinden der Box über ein Mikrofon mit anderen Hörer*innen vor Ort oder online zu teilen. Das Projekt erforscht auf spielerische Weise Wahrnehmung, klangliche Aufmerksamkeit und das Hören als Mittel der Orientierung und Verbindung.
     
  • Offene Session | Besprechungsraum
    Eine Open Session ist ein flexibles Diskussionsformat, bei dem die Teilnehmenden spontan Themen vorschlagen können, die ihnen wichtig sind. Die Themen werden am ersten Tag während der Begrüßungsrunde gesammelt.

14:30 Uhr – Parallele Sessions

  • Anthea Caddy und Magda Mayas: Sounding Care – Sonic Practices of Care under Systemic Pressure | Präsentation und Gespräch | Clubraum 
    Sounding Care (seit 2024) ist ein laufendes, von Künstler*innen geführtes Forschungsprojekt von Anthea Caddy und Magda Mayas, das die Rolle von Klang in der Ethik und Politik der »Care« (im Sinne von Fürsorge, Sorgearbeit, Verantwortung) untersucht. Im Zentrum steht die Frage, wie räumlicher Klang und Stimme »care practices« im Kontext von Prekarität, Zensur, ideologischer Spaltung und dem Verlust öffentlicher Kulturräume herausfordern und neu gestalten können.
    Caddy und Mayas sind aktive Mitglieder der Toolkit of Care Research Group (COST Action) und der Sound SIG der Society for Artistic Research. Ihre Arbeit ist eingebettet in einen breiteren transdisziplinären Dialog zu Klang, »Care« und Politik.
    Bei Time to Listen stellen sie Sounding Care als Rahmen vor, um zu diskutieren, wie klangbasierte und künstlerische Forschungspraxen zu kollektiver Fürsorge beitragen können. Sie teilen Einblicke in laufende Kooperationen und präsentieren eine geplante Klanginstallation im Wasserspeicher Berlin (November 2025), in der über 30 Stimmen aus der Berliner Kulturszene mittels Richtlautsprechern in den Raum projiziert werden. Die Session lädt zum Dialog ein über Klang als Form der Untersuchung, des Widerstands und der Reparatur.

    Periphery as a state of mind | Podiumsdiskussion | Studiofoyer
    Peripherie ist mehr als ein geografisches Konzept. Sie beschreibt auch soziale, kulturelle und politische Zustände. Gemeint sind Unsichtbarkeit, ungleiche Ressourcenverteilung, fehlende Repräsentation und Ausschluss von Macht. Dieses Panel möchte untersuchen, wie »Peripherie« auch als geistige Haltung verstanden werden kann – als bewusstes Abgrenzen oder als Form des Widerstands gegen dominante Narrative.
    • Kamila Metwaly (MaerzMusik)
    • Josten Myburgh (Audible Edge Festival)
    • Ariel Wiliam Ora (Soy Division)
    • Simon James Phillips (Composer/Musician and Artistic Director of SENSE for the Gwaertler Stiftung)
    • Salomé Voegelin (Sound SIG Group)
    • Moderation: Lydia Rilling (Donaueschinger Musiktage) 

      Hier kann der Essay "We Are Many, But Probably Not a Thing" - eine Reflexion zum Thema „Periphery as a State of Mind“ von Ariel William Orah nachgelesen werden. 
       

15:30 Uhr – Kaffeepause

15:45 Uhr – Emilio Gordoa, Josten Myburgh, Sabine Vogel: Tracing Presence on Land | Konzert und Gespräch | Studiofoyer
»Tracing Presence on Land« ist eine transnationale musikalische Zusammenarbeit zwischen dem Perkussionisten Emilio Gordoa (Mexiko), dem Saxophonisten Josten Myburgh (Australien) und der Flötistin Sabine Vogel (Deutschland). Das Projekt untersucht, wie Musik aus einer tiefen Auseinandersetzung mit spezifischen Landschaften und Gemeinschaften entstehen kann. Bislang hat die Gruppe in Noongar Boodja (Australien), Cuernavaca und Tepoztlán (Mexiko) sowie Paretz, Bayern und Berlin (Deutschland) gearbeitet. Das Trio spielt in seinen Arbeitsphasen überwiegend im Freien oder an kulturell bedeutenden Orten und verbindet Field Recordings, Improvisation und Komposition, um eine musikalische Sprache zu entwickeln, die in Ort und Erinnerung verwurzelt ist. Ihr Ansatz lehnt starre Trennungen zwischen Menschlichem und Nicht-Menschlichem ab und setzt stattdessen auf in Beziehung stehende und wechselseitige Formen des Hörens und Klangerzeugens. Der kreative Prozess der Gruppe umfasst zudem die Auseinandersetzung mit indigenen kulturellen Protokollen und Zeremonien sowie die Reflexion darüber, wie ökologische Kräfte wie Klimawandel und Tourismus ihre Arbeit beeinflussen.
In ihrer Session präsentieren die Künstler*innen einen Auszug aus ihrer Arbeit, stellen den konzeptionellen Hintergrund des Projekts vor und laden das Publikum zum Gespräch ein.

16:30 Uhr – Wie könnten offene Netzwerke der Zukunft aussehen? | Plenum | Studiofoyer
Dieses kollaborative Forum bringt Teilnehmende zusammen, um die zwei Konferenztage zu rekapitulieren und darauf aufbauend gemeinsame Zukunftsvisionen für Netzwerke zu entwickeln, die gerecht, inklusiv und auf ethischen Prinzipien basieren. Gemeinsam werden wir erarbeiten, wie ein gleichberechtigter Zugang zu transnationalem Austausch auch für weniger etablierte Akteur*innen sichergestellt werden kann, welche Strategien strukturelle Ungleichgewichte zwischen Europas sogenannten »Zentren« und »Peripherien« ausgleichen können und wie sich größere Fragen globaler Gerechtigkeit im Rahmen internationaler Zusammenarbeit angehen lassen. 

17:30 Uhr – Abschlussrunde | Plenum | Studiofoyer
Reflexion, Ausblick und gemeinsame Impulse für die nächste Ausgabe 2026.


Hinweis auf Konzerte in Berlin an dem Abend:

  • Der Ozean | La Cage
    Eine multisensorische Tanz- und Musikperformance  mit Dessa Ganda, Josefine Mühle, Sabine Scherbel.
    Konzept, Regie, Bühne: Aliénor Dauchez
    Komposition: Genoël von Lilienstern 
    Dramaturgie: Bastian Zimmermann
    20h | Ballhaus Ost

     

Allgemeine Hinweise

Sprache
Die Konferenz findet auf Englisch statt.

Kosten
Die Teilnahme ist kostenfrei.

Anmeldung
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Anreise: Akademie der Künste (Hanseatenweg 10)

  • S-Bahn: S3, S5, S7, S9 bis Bellevue (ca. 3 Min. Fußweg)
  • U-Bahn: U9 bis Hansaplatz (ca. 5 Min. Fußweg)
  • Bus: Linie 106 oder N26 bis Hansaplatz (ca. 5 Min. Fußweg)

Barrierefreiheit

Die Akademie der Künste am Hanseatenweg ist barrierefrei zugänglich. Der Veranstaltungsort verfügt über einen ebenerdigen Eingang, Aufzüge sowie barrierefreie Toiletten. Bei weiteren Fragen zur Barrierefreiheit oder für individuelle Unterstützung können sich Besucher*innen vorab an info@field-notes.berlin wenden.

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Time to Listen: Programm Tag 1

Hier findest du alle Informationen zum Programm und Ablauf der diesjährigen Time to Listen-Konferenz.

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Zum Weiterlesen

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Ablaufplan

Der Ablaufplan der zweitägigen Konferenz kann hier heruntergeladen werden.

Netzwerkforum

Offenes Netzwerk-Forum

Am ersten Konferenztag, dem 30. Oktober um 10 Uhr, findet das offene Netzwerk-Forum statt, bei dem sich verschiedene Netzwerke vorstellen. Eine Übersicht aller beteiligten Netzwerke gibt es hier.

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Liste der Teilnehmenden

Dies ist die Kontaktliste der Teilnehmenden, die der Veröffentlichung ihrer Namen zugestimmt haben – viel Freude beim Knüpfen neuer Kontakte!

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Time to Listen: Programm Tag 1

Hier findest du alle Informationen zum Programm und Ablauf der diesjährigen Time to Listen-Konferenz.

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Time to Listen 2025

Zum vierten Mal laden wir mit der Akademie der Künste am 30. und 31. Oktober 2025 zur Konferenz »Time to Listen – Nachhaltigkeit in der zeitgenössischen Musik« ein. In diesem Jahr stehen Netzwerke im Mittelpunkt.