Elo Masing
Elo Masing ist eine estnische Komponistin, Improvisatorin und Klangkünstlerin, die derzeit in Berlin lebt. Ihre Musik wurde international von renommierten Solist*innen und Ensembles aufgeführt, darunter das Estnische Nationale Symphonieorchester (EE), Ensemble L’Itinéraire (FR), Ensemble Adapter (DE), ensemble mosaik (DE), Ensemble Fractales (BE), Ensemble mmm... (Japan), Ensemble for New Music Tallinn (EE), Ian Pace (UK), James Aylward (AU/NL) und viele weitere. Ihre Werke sind unter anderem auf den Labels Squeaky Kate, squib-box, CRAM, Creative Sources und 577 Records erschienen.
2015 promovierte sie an der Royal Academy of Music in London mit der Dissertation Composing Augmented Instrumental Choreography: Investigating Relations Between the Physicality of Instrumental Performance and Choreographed Movement. Darüber hinaus erhielt sie von der Akademie eine Förderung für Privatunterricht bei Rebecca Saunders in Berlin.
Elo Masing ist Mitglied des Berliner Komponist*innen- und Improvisator*innen-Ensembles Reanimation Orchestra sowie des London Experimental Ensemble, das insbesondere durch die erste vollständige Aufnahme von Cornelius Cardews Treatise bekannt wurde. Sie arbeitet regelmäßig mit Musiker*innen der Berliner Szene zusammen, darunter Hui-Chun Lin, Sabine Vogel, Jack Adler-McKean, Francis Heery, Vincent Laju und Ernst Surberg. Außerdem entwickelt sie interdisziplinäre Arbeiten mit Tänzerinnen wie Mariangela Tinelli und Manuela Lucia Tessi sowie mit dem Performancekünstler Dolanbay.
In ihrer aktuellen Kompositions- und Performancepraxis setzt sich Elo Masing intensiv mit posthumanistischer Theorie auseinander und lässt sich dabei von Denker*innen wie Donna Haraway, Vinciane Despret und Timothy Morton inspirieren. Seit 2010 führt sie ein fortlaufendes künstlerisch-ökologisches Experiment durch, in dessen Rahmen sie ihren Lebensraum mit zwei Agaporniden (Pfirsichköpfchen) teilt. Dieses Experiment mündete in die Alben Music for Birds (2018, CRAM) und Music with Birds (2022, Creative Sources), die als Ergebnis einer artenübergreifenden künstlerischen Zusammenarbeit entstanden sind.